Frühjahrsausstellung

06.04. - 27.05.2018

Ausstellung

„Gemüthskrank und gefährlich wüthend“

Schicksale psychisch kranker Menschen auf dem Land im 19. Jahrhundert

Irre, rasend, geisteskrank. Begriffe, die heute nur noch umgangssprachlich und oft abwertend benutzt werden, waren in der Vergangenheit Teil des allgemeinen Sprachgebrauchs für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Doch was meinten sie genau? Was bedeutete ein Leben mit psychischer Krankheit für die Betroffenen selbst, für ihre Familien und das weitere soziale Umfeld?

Die Ausstellung, ein Kooperationsprojekt der Universität Vechta mit dem Museum Vechta und dem Museumsdorf Cloppenburg, geht diesen Fragen anhand ausgewählter Geschichten von Menschen aus dem Oldenburger Münsterland nach. Sie wurden von Studierenden des Fachs Geschichte im Niedersächsischen Landesarchiv Standort Oldenburg recherchiert und gemeinsam mit den Museen in Inszenierungen umgesetzt. Im Fokus steht das 19. Jahrhundert, als die Psychiatrie sich zu einem eigenständigen medizinischen Fachgebiet entwickelte und überall in Deutschland und Europa spezialisierte Anstalten für psychisch kranke Menschen eingerichtet wurden – so auch die 1858 eröffnete Irrenheilanstalt zu Wehnen im Großherzogtum Oldenburg. Dennoch blieb die Einweisung in eine solche Einrichtung die Ausnahme. Schon aus Kostengründen kam sie oftmals nur in Frage, wenn die alltäglichen Bewältigungsstrategien der Familien und Dorfgemeinschaften an ihre Grenzen gerieten. Die Ausstellung zeigt den Alltag psychisch kranker Menschen und ihrer Angehörigen im ländlichen Raum – jenseits der Anstalt.

Zur Ausstellung erscheint ein 80 Seiten starkes Begleitheft. Diese Publikation ist im Museumsshop erhältlich.

Buchpremiere Laura Sheila

26. April 2018, 19:00 Uhr

Buchpremiere und Lesung

Laura Sheila Jünemann - Im Mondkleid Tränen sonnen

Laura Sheila Jünemann, gerade 18 Jahre alt geworden, wohnt in Vechta. Sie hat das Schreiben bereits in jungen Jahren begonnen. Ihre Texte sind dabei geprägt von tiefen Emotionen und starker Bildlichkeit. „Im Mondkleid Tränen sonnen“ ist als ihr erstes eigenständiges Werk, eine literarische Auseinandersetzung mit Themen, die für ihre und die Identitätsbildung von jungen Menschen allgemein von Wichtigkeit sind.
Auf der Buchpremiere stellt sie musikalisch begleitet, ihre intensiven Texte vor.

Morgenschein
Laura Sheila Jünemann

Ich bin müde, ich bin so müde,
sagt der Schlaf
und schlägt die Augen auf.
Zwei türkise Monde schwimmen durch den Himmel
und Licht überflutet das Meer. Kleine Wellen
schleifen Kohlensteine.
Es wird poliert, es wird geschärft.
Der Morgenmann schnitzt in der Ecke
und hobelt seine Farben in die Welt,
Perspektiven werden zurechtgestutzt.
Und der Schlaf sitzt da in den schlappen Händen,
die Augen zu blinden Bildern erstarrt.

Laura Sheila Jünemann fasst in einem ihrer Texte das Handeln und Schreiben in einem eindrucksvollen Bild zusammen: „Wasser ist nicht dazu da, um aufs Land gehoben zu werden. / Man müsste die Welt umdrehen, damit das passiert. / Und seit Jahrmillionen sehne ich mich genau danach. Seit ich aufgegeben habe, ins Wasser zu gehen.“

Eine Veranstaltung des Geest-Verlags in Kooperation mit dem Museum Vechta.
Der Eintritt in das Museum und die Teilnahme an der Lesung sind kostenfrei.

Öffentliche Führung Pychiatrie

6. Mai 2018, 15:00 Uhr

Öffentliche Führung

durch die Sonderausstellung „Gemüthskrank und gefährlich wüthend“ - Schicksale psychisch kranker Menschen auf dem Land im 19. Jahrhundert“


Irre, rasend, geisteskrank. Begriffe, die heute nur noch umgangssprachlich und oft abwertend benutzt werden, waren in der Vergangenheit Teil des allgemeinen Sprachgebrauchs für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Doch was meinten sie genau? Was bedeutete ein Leben mit psychischer Krankheit für die Betroffenen selbst, für ihre Familien und das weitere soziale Umfeld? Zwei Studentinnen aus dem Projektteam führen interessierte Besucherinnen und Besucher um 15 Uhr im Rahmen einer öffentlichen Führung durch die neue Sonderausstellung „Gemüthskrank und gefährlich wüthend“ - Schicksale psychisch kranker Menschen auf dem Land im 19. Jahrhundert" im Museum im Zeughaus Vechta. Bei diesem geführten Rundgang berichten sie nicht nur über die Inhalte der Ausstellung, sondern auch aus erster Hand über das spannende Making-of der Ausstellung.

Die Ausstellung, ein Kooperationsprojekt der Universität Vechta mit dem Museum Vechta und dem Museumsdorf Cloppenburg, geht diesen Fragen anhand ausgewählter Geschichten von Menschen aus dem Oldenburger Münsterland nach. Sie wurden von Studierenden des Fachs Geschichte im Niedersächsischen Landesarchiv Standort Oldenburg recherchiert und gemeinsam mit den Museen in Inszenierungen umgesetzt. Im Fokus steht das 19. Jahrhundert, als die Psychiatrie sich zu einem eigenständigen medizinischen Fachgebiet entwickelte und überall in Deutschland und Europa spezialisierte Anstalten für psychisch kranke Menschen eingerichtet wurden – so auch die 1858 eröffnete Irrenheilanstalt zu Wehnen im Großherzogtum Oldenburg. Dennoch blieb die Einweisung in eine solche Einrichtung die Ausnahme. Schon aus Kostengründen kam sie oftmals nur in Frage, wenn die alltäglichen Bewältigungsstrategien der Familien und Dorfgemeinschaften an ihre Grenzen gerieten. Die Ausstellung zeigt den Alltag psychisch kranker Menschen und ihrer Angehörigen im ländlichen Raum – jenseits der Anstalt.

Die Teilnahme an der Führung ist kostenfrei, zu zahlen ist lediglich der normale Museumseintritt.

 

Burgbelebung

11. – 13.05.


Burgbelebung

durch die Gruppe Heydenwall aus Oldenburg
Castrum-Eintritt